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Pre India
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Ich habe für die Zeit von April 07 bis März 08 ein Werkstipendium erhalten, das ich vorwiegend in Indien verbringen werde.
Im Rahmen meiner Nachdiplomstudien bin ich auf den postkolonialen Denkansatz einiger zeitgenössischer Theoretiker gestossen, die mich interessieren und deren Theoriegebäude ich gerne in der Praxis überprüfe.
Ein Fokus meines Aufenthaltes in Indien soll die künstlerische Untersuchung der postkolonialen Situation Indiens sein, d.h. der vielfältigen Einflüsse und Einschreibungen, die lange vor der Kolonialisierung begannen und auch über die Unabhängigkeit hinaus weiter bestehen. Das Konglomerat aus differenten Einflüssen aus dem Arabischen, dem Europäischen und Asiatischen wird heute als das eigentliche Indien rezipiert. Diese Repräsentationen von dem "Indischen" befrage ich auf seine vielfältigen Identitäten hin und erforsche die daraus erwachsenden Differenzen.
In meiner alltäglichen Kunstproduktion hier in der Schweiz verwende ich Holz und Kunststoffe, die ich zumeist selbst bearbeite. In Indien möchte ich gerne vor Ort die Materialien und Orte erkunden, die zur Generierung geeigneter Zeichen dienen.
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India Now
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Paxmal reloaded
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Pax reloaded: part one
Das Museum Bickel in Walenstadt, Schweiz lädt vom 5.10.-18.11.07 eine Gruppe Künstler ein, zum Thema "Zukunft - gestern und heute" jeweils eine Arbeit zu realisieren. Da ich zur Zeit einen Werkaufenthalt in Indien wahrnehme, sieht mein Projekt eine zweiteilige Arbeit vor, die im Museum Bickel in Walenstadt und zur selben Zeit in Bangalore, Indien präsentiert werden soll. Karl Bickel, der Stifter und Begründer dieses Museums war ein schweizer Bildhauer des 20. Jhr., der sich auf einer ausgesetzten Geländekante in den Schweizer Bergen installierte und über 20 Jahre hinweg an dem von ihm konzipierten Paxmal eigenhändig arbeitete. Das schwere, wuchtige Bauwerk, das auf 1700 m über Meer sehr majestätisch von einer Zeit der Sehnsucht nach geistiger und physischer Freiheit erzählt, steht dem interessierten Publikum zur Besichtigung offen. Im Tal ist in einer ehemaligen Spinnerei ein Museum eingerichtet worden, das Werke des Stifters und Wechselausstellungen zeigt.
Meine Arbeit für das Museum Bickel umfasst eine 4/5/4 m grosse aufblasbare und begehbare Skulptur mit dem Titel "Pax reloaded:part one". Sie wird aus PVC produziert und anschliessend mit religiösen und politischen Symbolen bedruckt. Die Arbeit bezieht sich auf Karl Bickels dominantes, schweres Bauwerk am Berg und versucht mit diesem leichten, flüchtigen Luftgebilde auf Bickels Fragen zu gesellschaftlichem Befinden und zur Erlangung geistiger Sphären eine zeitgemässe Visualisierung zu finden. Bickel hat sein Paxmal in einer krisenhaften Zeit konzipiert und als steingewordene Synthese des positiven menschlichen Geistes ausgeführt. Eine solche ungebrochene Haltung ist heute nicht mehr möglich, weder bezogen auf die Form eines Denkmales noch bezogen auf den fortschrittsgläubigen Inhalt.
"Paxmal reloaded:part one" ist nicht nur eine einfache Erneuerung des bestehenden Males, sondern reflektiert auch die Unterschiede in der Kunstproduktion von damals und heute und thematisiert damit deren Globalisierung. Was Bickel eigenhändig und in jahrelanger Arbeit erschuf, wird heute offshore produziert analog einem beliebigen anderen Industrieprodukt
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Cultural Encroachment
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Dieses Projekt entstand im Rahmen meines einjährigen Werkaufenthaltes in Bangalore, Indien und wurde in der Gallery Sumukha, Wilson Garden, Bangalore, erstmals präsentiert. Mein gerichteter, europäischer Blick, mit dem ich anfänglich viele Farben und Düfte, viel Chaos und Unbekanntes erfasste, hat sich im Laufe meines Indienjahres verändert und andere, unerwartete Ansichten erhascht. Eine gewisse Blickvertrautheit stellte sich ein und ich achtete auf Zwischenräume, die sich eröffneten. Leere Orte waren vorerst rar und schienen schnell überwuchert von Slumhütten, Abfall und neuen Geschäftshäusern. Encroachment wird zu einem vertrauten Begriff, der im stetig wachsenden Stadtalltag für viele sich ausdehnende Aktivitäten benutzt wird und das illegale Ausbreiten von neuer Masse in eine bestehende Struktur meint. Mir fielen die Bambuskonstruktionen auf, die in scheinbar prekärer Manier viele Neubauten umfassen und als Gerüst zur Bauarbeit dienen. Diese krassen Konstruktionen, die fragile und völlig bricoliert daher kommen, enthalten andererseits auch eine sehr rhythmisierte Strukturiertheit, die Stabilität und Rationalität vermittelt. Neonröhren erhellen hier die Wohnstube, ganze städtische Strassenzüge und die Dorfwege auf dem Land. Manchmal werden auch bunte Neonröhren benutzt und leuchten discomässig durch die Nacht. Für die Ausstellung habe ich eine prekär geknüpfte Bambuskonstruktion errichtet, die mit blauen und pinkfarbenen Neonröhren bestückt, Assoziationen zu einer indischen Nachtstimmung evoziert. Daneben ist ein grosses, skulpturales erleuchtetes Auge platziert, das auf den ausschweifenden, encroachenden Blick verweist.
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Destruction of Mammals
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Projektbeschrieb: Diese Arbeit habe ich an einer Skulpturenausstellung in Wohlen AG erstmals gezeigt. Eine Holzkonstruktion in den Dimensionen von 4.70 / 2.60 / 4.60m, die in prekärer Manier gezimmert ist, wird Träger und Gehäuse für zwei hängende und eine stehende Arbeit auf dem Bühnenvorbau.
Die Installation, die im Umfeld der naturwissenschaftlichen Unterrichtszimmer der Kantonsschule aufgestellt wurde, befragt die Konstruktion der Geschlechtlichkeit des Säugetieres und will die Sprache, die uns Mittlerin für alles Verständnis und Erkennen ist, auf ihren parteiischen Gehalt hin untersuchen. Denn im Englisch, Französisch und Italienisch sind die Säuger mit dem Signifikant Mammal, Mammifères und Mammiferos noch viel prägnanter geschlechtlich konnotiert.
Mit dieser eingeschriebenen Mütterlichkeit tritt die Arbeit in einen Dialog und eröffnet die Kampfarena.
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Wasserbrüste
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Diese Arbeit ist im August 05 im Rahmen des Projektes Kulturweg Baden/Wettingen nahe der alten Holzbrücke in Baden in der Limmat verankert worden. Die «Wasserbrüste» sind zwei kugelrunde Schwimmkörper mit einem Nippel versehen, aus Kunststoff geformt und mit Stahlseilen am Flussgrund verankert. Dort drehen sie sich unablässig in einem durch die Flusskonstruktion verursachten Kehrwasser um die eigene Achse. Ihrem zugeordneten Körperträger entfremdet sind sie in diesen Wasserfluss geworfen um als neue Bezeichnung zu erscheinen. Ihrer prallen Naturhaftigkeit entziehen sie sich durch die ironisierende Gestalt, die sie durch die künstliche Oberfläche und die abstrahierte, verdichtete Form erlangen. Als Bildhauerin eigne ich mir dieses mit Weiblichkeit konnotierte Symbol an und schaffe durch den Transfer in eine Natur Stadtlandschaft ein unerwartetes Aufeinandertreffen in scheinbar vertrautem Umfeld. Die tanzenden Brüste werden hier als neuer Icon installiert, die lustig und lastig zugleich unablässig auf dem Wasser springen.
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Hysterias
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Für eine Skulpturenausstellung im Sommer 05 in der psychiatrischen Klinik in Münsterlingen habe ich meine Hysterias entwickelt, die verzückt und exaltiert ihre Glieder von sich strecken und in wunderschönen Posen erstarren. Modell sind mir die in Fotos geronnenen Patientinnen der psychiatrischen Klinik Salpêtrière in Paris des 19 Jahrhunderts geworden. Diese Frauen, die vom leitenden Arzt Charcot und seiner Leidenschaft zur medizinischen Entwicklung und Verstaltung in die eigenartigsten Posen gestellt und sich auch leidenschaftlich gerne selbst produzierten, wurden zu Fabrikantinnen von Bildern und Vorstellung der Hysterie und eines fraulichen Gebarens, das die Psychoanalyse bis heute beschäftigt.
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Geschlechterkampf
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Umfasst Arbeiten aus verschiedenen Arbeitszyklen, die sich um die Frage der Geschlechtlichkeit und die Genderaspekte in gesellschaftlichem Kontext bemühen. Zumeist sind es Paare, die stoisch in die Landschaft gucken, selten in Kämpfe verstrickt und ab und an stehen auch Männer unter sich und in Gruppen vereint und Frauen zu zweit und Kinder alleine.
Ich arbeite seit 1994 an diesem Thema.
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Fixer
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Im Jahr 1991 habe ich im Kontext der unhaltbaren Situation auf dem Zürcher Platzspitz ein Erinnerungsmal für den „Fixer“ entworfen und in Cristallinamarmor in den Massen 260/70/70 cm ausgeführt. Die Skulptur wurde anlässlich einer Demonstration im Herbst 1991 auf dem Zürcher Platzspitz aufgestellt und hat im Gefolge einiges Aufsehen erregt. Auf Anregung des Kulturbeirates der fürstlichen Regierung Liechtenstein wurde die Figur 1993 in Vaduz aufgestellt und gab auch dort zu grosser Aufregung Anlass. Sie wurde mehrere Male umplatziert, zuletzt auf einer Mülldeponie aufgestellt und bekam dann von einem pensionierten Liechtensteiner Grenzwächter kurzzeitig Asyl. Im Gefolge wurde die Skulptur von einer Privatperson aus Winterthur angekauft und im Jahr 2003 als Leihgabe zum 10jährigen Jubiläum der Organisation ARUD kurzzeitig wieder auf dem Zürcher Platzspitz ausgestellt. Heute steht der „Fixer“ in einem Privatpark in Winterthur.
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